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Olivia Vieweg – „Ich mag es, wenn ein kleiner übernatürlicher Touch dabei ist.“

Olivia Vieweg

Olivia Vieweg

Die Comic-Zeichnerin Olivia Vieweg hat in ihren Geschichten die Zombies nach Thüringen geholt und den Horror in ein Dorf im Harz. Sie mag Star Wars und Star Trek gleichermaßen – würde aber Leonard „Bones“ McCoy und Spock niemals für Luke Skywalker im Stich lassen. Sie ist Fan der Band Subway to Sally, über die sie zwei Storybooks herausgebracht hat. Ihre ersten Gehversuche hat sie im Manga-Stil unternommen, mittlerweile arbeitet sie als Illustratorin, bringt Comic-Anthologien heraus und zeichnet regelmäßig Comic-Novels. Fast allen Novels mischt sie ein phantastisches Element bei, mal stärker und mal schwächer dosiert. Gerade ist ihr neuestes Werk „Schwere See, mein Herz“ erschienen.

Olivia Vieweg hat ein Comic-Stipendium des Ehapa Verlags erhalten und wurde mit dem „Sonderpreis der Jury“ des ICOM Independent Comic Preises ausgezeichnet. Auf ihren aktuellen Erfolg ist sie zu recht ganz besonders stolz: Sie hat den Tankred-Dorst-Drehbuchpreis für die Drehbuch-Adaption ihres Zombie-Comics „Endzeit“ erhalten!

Obwohl sie ständig auf Achse ist und erst kürzlich in Japan war, stand Olivia Vieweg freundlicherweise für ein ausführliches Interview zur Verfügung.

Andreas: Du hast mal vermutet, dass deine erste Begegnung mit Comics die „Lustigen Taschenbücher“ waren. Hast du als Kind bereits viel gezeichnet und deine Eltern damals schon mit deinem Berufswunsch erschreckt? Oder hättest du dir als Filmfan auch beispielsweise eine Karriere im Filmbereich vorstellen können?

Olivia: Also erschreckt habe ich meine Eltern mit dem Berufswunsch nicht. Meine Eltern haben beide Philosophie studiert, ich denke, da kann einen nix weiter mehr schocken in Sachen „brotlose Kunst“ (was am Ende gar nicht stimmt). Aber ich hab als Kind bereits sehr viel gezeichnet und mit etwa 9 Jahren dachte ich, dass ich mal bei Disney arbeiten könnte, das wäre ja quasi Filmbereich gewesen. Etwas später bin ich dann mit Mangas in Berührung gekommen und wollte danach unbedingt in Richtung Manga gehen. Im Studium hab ich dann noch mal ganz andere Einflüsse mitgenommen und seitdem zeichne ich so wie ich jetzt zeichne.

Andreas: Dein Diplom für das Studium der visuellen Kommunikation hast du mit dem Zombie-Comic „Endzeit“ abgelegt, der in Thüringen spielt. Wie bist du auf die Idee dazu gekommen? War es deine Entscheidung, das Diplom mit diesem Comic zu machen?

Zombies in Thüringen – bald auch auf der Leinwand?

Zombies in Thüringen – bald auch auf der Leinwand?

Olivia: Es war meine Entscheidung, das zum Diplom zu machen. Mein Kommilitone Alexander von Knorre hatte bereits im Jahr davor mit seinem „Hinter den sieben Burgen“ (erschienen im Jaja-Verlag) sein Diplom mit einem Comic bestritten. Irgendwie ist es eine gute Möglichkeit, so etwas zum Diplom anzugehen, weil man gezwungen ist, innerhalb von ein paar Monaten etwas wirklich Besonderes zu schaffen. Man kann es nicht mal eben links liegenlassen, weil man sonst seinen Abschluss nicht bekommt. Das ist sehr motivierend, vor allem für so eine anstrengende Aufgabe wie einen Comic zu zeichnen.

Auf die Idee zu Endzeit kam ich tatsächlich auf einer der vielen Bahnfahrten. Der Zug hielt auf freier Strecke und ich dachte: Was, wenn da draußen alles voller Zombies ist, und die jetzt gleich den Zug überrennen? Ursprünglich war es eine Film-Idee, da ich das aber nicht realisieren konnte, habe ich es zum Comic umgearbeitet. Jetzt wiederum habe ich an der Drehbuchwerkstatt in München teilgenommen und die Geschichte zu einem Drehbuch für einen Film umgearbeitet. Das war noch mal eine besondere Herausforderung. 

Andreas: Das hört sich spannend an. Erzähl uns bitte mehr darüber.

Olivia: Ich habe ein fertiges Drehbuch abgegeben, anschließend fand die Endpräsentation in München statt. Dort hat es den Tankred-Dorst-Drehbuchpreis für das beste Drehbuch des Jahres in der Drehbuchwerkstatt München bekommen. Im Schnitt wird von den 16 fertiggestellten Büchern, die abgegeben werden, eines verfilmt. Aber auch das kann Jahre dauern. Beim Film geht es um sehr viel Geld, das muss erst gesammelt werden.

Andreas: Alle Achtung, die Auszeichnung wird von einer Jury vergeben, in der Schauspieler, Produzenten und Regisseure sitzen. Herzlichen Glückwunsch dazu! Ich drücke die Daumen, dass wir das bald als Film bewundern können! Würdest du sagen, dass ein Comiczeichner „per Geburt“ auch Film mag?

Olivia: Ich denke schon, dass Comiczeichner auch fast immer Film-Fans sind. Aber eigentlich ist ja fast jeder heutzutage Film-Fan, deswegen weiß ich nicht, ob es was mit dem Comic-Beruf an sich zu tun hat. Für mich jedenfalls ist es ein unglaublich wichtiges Medium. Wenn ich Filme machen könnte, würde ich Filme machen. Aber der Comic ist eine gute Alternative, bei der man ganz alleine alles machen kann. Vom Drehbuch bis zum „Schauspieler-Casting“, und am Ende spielt man die Figuren auch noch selbst und ahmt beim Zeichnen die verzerrten Gesichter der jeweiligen Charaktere nach.

Andreas: Wie viel deines Zeichenstils verdankst du deinem Studium, wie viel davon ist autodidaktisch? War für dich das Studium eher hilfreich oder einengend?

Selbstporträt von Olivia Vieweg

Selbstporträt von Olivia Vieweg

Olivia: Ich denke, das meiste ist autodidaktisch. Wir haben im Studium ja keine klassische Zeichen-Ausbildung bekommen, sondern eher eine Design-Ausbildung. Da ist es schon gut, wenn man bereits zeichnen kann. Wobei das Zeichnen wirklich eine untergeordnete Rolle bei diesen Studienfächern spielt. Aber ich bin auf viele Gleichgesinnte getroffen und habe mich stilistisch beeinflussen lassen. Was aber nicht heißt, dass ich irgendwelche Wurzeln verleugnen will. Ich zeichne auch heute gerne noch im Mangastil.

Andreas: Welches Zeichenutensil ist dir am liebsten und – vielleicht hängen die Antworten auf diese beiden Fragen sogar zusammen – welche Phase in der Entstehung eines neuen Comics ist dir am liebsten? Das weiße Blatt, wenn noch alle Möglichkeiten offen sind und du die Charaktere erst selber kennenlernen musst? Oder der Feinschliff, wenn die Erleichterung eintritt, es geschafft zu haben?

Olivia: Ich denke, ich bin ein großer Bleistift-Fan. „Endzeit“, „Huck Finn“ und „Antoinette“ sind alle mit Bleistift gezeichnet. Auch wenn es teilweise nicht so aussieht. Für „Schwere See“ bin ich jetzt wieder bei Tusche gelandet. Das macht mir auch Spaß, obwohl man nicht so kontrolliert arbeiten kann wie beim Bleistift.

Meine liebste Phase beim Entstehen eines Comics ist eigentlich die allererste Phase, wenn man noch ganz frisch und frei über die Story nachdenkt. Das ist auch der Zeitpunkt, an dem man anfängt Figuren zu entwerfen – also bevor es in Arbeit ausartet. Sobald ein Vertrag für einen Comic beim Verlag unterschrieben ist, habe ich sehr schizophrene Gefühle, einerseits große Freude, andererseits weiß ich, dass es nun ernst wird, und der Comic wirklich fertig werden MUSS. Das Ende der harmlosen Tagträumereien…

Andreas: Inwieweit bestimmt die Geschichte die Wahl des Zeichenutensils? Experimentierst du da im Anfangsstadium? Hat der Verlag ein Mitspracherecht?

Olivia: Also beim Zeichenmaterial hat der Verlag eigentlich nichts mitzureden. Das ist meine Entscheidung. Ich versuche auch immer zu experimentieren bin aber auch froh, wenn ich mal ein Medium gefunden habe, mit dem ich gut klar komme. Es gibt sicher Leute die noch viel abenteuerlustiger sind, ich dagegen halte gerne eine Zeitlang an meiner Technik fest.

Andreas: Du zeichnest gerne Gruppenbilder deiner Helden. Wäre ein Klassentreffen mal interessant? Würdest du gerne ein Sequel zu einem deiner Comics machen?

Olivia: Ein Klassentreffen? Das wäre bestimmt witzig, aber meine Figuren (vor allem Antoinette) sind ja auch mit Vorsicht zu genießen, deswegen wär das wahrscheinlich nicht immer spaßig. Ein Sequel zu „Endzeit“ war immer mal im Kopf, aber da ich außer den ersten Ideen noch keine größere Handlung ausgedacht habe, ist das nur so ein vages Projekt. „Huck Finn“ ist ja eigentlich auserzählt. Und bei Antoinette würde es nur mit ziemlichem Terror weitergehen, das wär vielleicht interessant, aber nicht interessant genug. „Schwere See“ ist für mich auch zu Ende, auch wenn ich Heidi (die Heldin) gerne noch mal als Erwachsene zeichnen würde. Aber eine ganze Geschichte hätte ich da nicht.

Andreas: Bei der Novel „Huck Finn“ hattest du die Vorgabe, aus den Werken des Suhrkamp Verlages dir was auszusuchen. Wie bist du auf Huck gekommen.

Huck Finn in unserer Zeit - Mark Twain hätte sich bestimmt gefreut

Huck Finn in unserer Zeit – Mark Twain hätte sich bestimmt gefreut

Olivia: Ich durfte mir ja ein Buch aussuchen, das bereits bei Suhrkamp oder im Insel-Verlag (die beiden gehören zusammen) erschienen ist. Und irgendwie wusste ich sehr schnell, dass ich etwas mit kindlichen Helden machen wollte. Das liegt mir einfach. Und so kam ich zu den alten Kinderbuchklassikern im Insel-Verlag. „Huck Finn“ war dann meine Wahl, weil ich den Road-Movie-Charakter der Geschichte sehr mag. Ich hatte das Buch vorher allerdings noch nie gelesen und kannte die Figur des Huck Finns eher aus der Anime-Verfilmung „Tom Sawyers Abenteuer“. Das ist eine Serie aus der WMT-Reihe (World Masterpiece Theater) die viele europäische und amerikanische Kinderbuchklassiker in Anime-Serien umgesetzt hat (begonnen hat alles 1974 mit Heidi). Ich liebe diese Serien. Was die damals aus diesen Geschichten gezaubert haben, ist großartig. Wie ernst sie die Vorlagen genommen haben und doch etwas Eigenständiges erschaffen konnten. Das war also mein großes Vorbild beim Zeichnen.

Andreas: Und warum hast du ihn in die heutige Zeit versetzt? Wolltest du, dass er näher an der Welt der Leser ist?

Olivia: Ich denke die originale Geschichte hätte man den Lesern auch sehr nahebringen können. Aber ich fand es einfach motivierend, einen neuen Anfang zu machen und die Geschichte in die heutige Zeit zu verlegen. Was würde sich ändern, was würde erhalten bleiben? Mich nur an der Literatur-Vorlage abzuarbeiten, hätte mir nicht so einen Spaß gemacht.

Andreas: Deine darauffolgende Novel „Antoinette kehrt zurück“ ist eine teils ziemlich düstere Geschichte. Musst du dich dazu für die Arbeit in eine bestimmte Stimmung versetzen? Oder hast du eher das Problem, dass dich nach der Arbeit die Stimmung nicht loslässt?

Eine junge Frau bringt den Horror zurück in ihre Heimat

Eine junge Frau bringt den Horror zurück in ihre Heimat

Olivia: Die Stimmung kommt von alleine, wenn man anfängt zu schreiben und zu zeichnen. Da muss ich zum Glück nicht lange drauf warten, aber das gehört auch zur professionellen Arbeit dazu. Während man tief in der Arbeit steckt, kann mir das auch ziemlich nahe gehen. Egal, ob es Antoinettes Schicksal ist oder das ihrer Peiniger. Ein bisschen verfolgt mich das Gefühl auch, wenn ich mit der Arbeit fertig bin, aber da stehen dann meistens genug andere Sachen an, die einen ablenken. Ich bestreite meinen Lebensunterhalt ja nicht alleine durch das Comiczeichnen. Da fallen auch immer wieder Kinderbuch-Illus etc. an.

Andreas: „Endzeit“ ist eindeutig Horror, bei „Antoinette“ verschwimmen die Grenzen zwischen Realität und Phantasie. Wie wichtig ist dir das Phantastische innerhalb der Geschichten?

Olivia: Das ist mir total wichtig! Ich mag es, wenn ein kleiner übernatürlicher Touch dabei ist. Am besten bei einer Geschichte, bei der man es nicht sofort erwartet. Bei „Birdman“ (Oscar-Gewinner als bester Film dieses Jahr) funktioniert es ja auch so. Ich mag so was. Bei „Schwere See, mein Herz“ ist allerdings nichts Übernatürliches dabei, manche Geschichten muss man „straight“ erzählen. Bei der Geschichte war eh schon die Gefahr, dass man in Richtung Kitsch abdriftet. Ein bisschen was davon ist ja okay, aber dann muss man sich an anderer Stelle bremsen können.

Andreas: „Antoinette kehrt zurück“ hat sozusagen ein „Voice over“ der Protagonistin. Wir findest du die richtige Erzähltechnik für eine Geschichte? Intuitiv zu Beginn der Arbeit oder durch Herantasten?

Olivia: Bei mir läuft vieles sehr intuitiv. Oft hab ich die ganze Geschichte als Film im Kopf und erzählerische Elemente sind da inclusive. Sehr praktisch! Aber oft brüte ich sehr lange über den Schluss oder auch den Mittelteil (der ist fast das schwierigste, weil da am meisten passieren muss).

Andreas: Wer entscheidet eigentlich über das Covermotiv?

Olivia: Das mache ich bisher allein. Wenn ich für Kinderbücher arbeite, dann bestimmt der Verlag sehr viel mit. Bei den Comics durfte ich fast immer alleine entscheiden. Und ich liebe es Cover zu gestalten! Das ist fast die schönste Aufgabe.

Andreas: „Bin ich blöd, oder was?!“ ist ein illustriertes Tagebuch über die humorvolle, 15-jährige Mari, die es durch Zufall in eine Eliteklasse geschafft hat und für sechs Monate von ihrer Mutter alleine gelassen wird. Die Illustrationen sind quasi Maris Zeichnungen, aber der Text überwiegt. Du machst ja auch Illustrationen für andere Autoren, hier illustrierst du dich sozusagen selbst. Wie kam es zu diesem Buch?

Olivia: Ich wollte schon länger mal so eine Art Comic-Roman illustrieren. Ich dachte, dass mir das liegen könnte. Ich hab das den Leuten von Schneiderbuch erzählt, und sie meinten, dass ich das gerne machen kann, wenn sie mal eine gute Vorlage hätten. Es dauerte dann vielleicht noch ein knappes Jahr und ich hatte die Geschichte um Mari und Spicka im Kopf. Dann hab ich einfach über Nacht ein Konzept geschrieben und es am Morgen weggeschickt. Das kam dann gleich so gut an, dass ich die Zusage zu diesem Projekt bekam. Eigentlich ein Traum!!

Eine Art Tagebuch in Zeichnungen – lustig und vielseitig

Eine Art Tagebuch in Zeichnungen – lustig und vielseitig

Andreas: Ich bin ein großer Fan von „Hingeschlunzt“, deinem Auto-Bio-Kram bis 2014, wie es im Untertitel heißt. Darin skizzierst du eigene Erlebnisse, Gedanken zu deiner Arbeit und immer wieder etwas zu deiner Leidenschaft Star Trek. Wir bekommen einen sehr schönen visuellen Überblick über Spocks und McCoys Chicks (während Kirk zu diesem Thema ein Lexikon füllen würde) und fragen uns mit dir, warum es im neuen Maschinenraum so viel dampft. Ich kann immer wieder darin blättern. Ist das Buch ein (sehr schönes) Abfallprodukt von Zeichnungen, die du sowieso gemacht hast? Ist es also deine eigene Art, Tagebuch zu führen?

Olivia: Es ist schon ein Abfallprodukt. Ich hatte nicht vor, daraus ein Heft zu machen. Aber dann stand der Comicsalon in Erlangen an, und ich dachte, dass es schön wäre, eine Neuveröffentlichung zu haben. Und so hab ich die ganzen Strips dann gesammelt. Die sind ja wirklich alle nur hingeschlunzt und nicht mal im Stil konsistent. Das ist ein bisschen schade. Aber so sehen halt die Kritzeleien aus, wenn ich mir mal schnell was von der Seele zeichnen muss. Meine Auftragsarbeiten machen mir ja nicht immer Spaß und deshalb versuche ich meine Laune mit so Kleinigkeiten aufzubessern. Klappt ja auch!

Andreas: Ich finde ja gerade den wechselnden Stil von „Hingeschlunzt“ sehr abwechslungsreich. Zusammen mit dem Anekdotenhaften. Dadurch kann man immer mal wieder darin schmökern. Hoffentlich brauchst du für einen künftigen Comic-Salon mal wieder ein „Abfallprodukt“!

Olivia: Ich strenge mich an … Bis jetzt hab ich leider nur wenige neue Episoden, aber ein neues Heftchen zu Erlangen wäre schon toll …

Andreas: Apropos Filmfan/Comicfan: Was hältst du von den vielen sehr erfolgreichen Superheldenfilmen, die zurzeit die Kinos beherrschen?

Olivia: Ich bin kein großer Fan dieser Verfilmungen. Es sind einfach zu viele. Ich mag es auch nicht, wenn sie so wahnsinnig pathetisch und ernst sind. Hin und wieder versuche ich mir einen anzusehen, aber es passiert zu oft, dass ich mich wahnsinnig langweile. Welchen Film ich aber sehr spaßig fand, war „Guardians of the Galaxy“. Die Story haut mich nicht vom Hocker, aber der Humor war toll und irgendwie frisch. Man kann es also nicht verallgemeinern. Aber wahrscheinlich bin ich nicht der Typ für die absoluten Blockbuster, egal, ob Superhelden oder nicht.

Andreas: Ein Gespräch mit dir wäre wahrscheinlich unvollständig, würden wir nicht über Katzen reden: Es gibt sie von dir als Büchlein, Karten, Tassen, Buttons und, und, und bis hin zur eigenen Facebook-Seite. Die haben sich wie Tribbles einfach in deinem Leben und deiner Arbeit ziemlich breitgemacht, oder?

Olivia Vieweg kann ihr Faible für Katzen nicht leugnen

Olivia Vieweg kann ihr Faible für Katzen nicht leugnen

Olivia: Auf jeden Fall! Für die Facebook-Seite mache ich ja seit zwei Jahren jeden Tag eine Katzenzeichnung, das kommt super an. Seit einiger Zeit bin ich mit der Dicken Katze auch bei der Lizenzagentur Studio 100 gelandet, die vermarkten zum Beispiel Wickie und die Biene Maja. Ich hoffe also, dass die Katze in Zukunft mal richtig berühmt wird! Ich bin selber so ein riesen Fan von Merchandise, dass es wirklich ein absoluter Traum ist, selber welches machen zu können. Bisher hab ich ja alles selber organisiert und produziert, aber in Zukunft wird es hoffentlich alles etwas professioneller.

Andreas: Lass uns bitte noch kurz über deine neueste Comic-Novel „Schwere See, mein Herz“ sprechen. Die Protagonistin Heidi hat sich zum ersten Mal verliebt, aber ihre Schwärmerei entspricht so gar nicht den klischeehaften Träumen, die man bei einem Teenager erwarten könnte. Zudem wehrt sie sich gegen die Pläne, die ihre Eltern mit ihr haben. Das Ende ist dann unerwartet dramatisch. Was hat dich an der Geschichte gereizt, was war dir daran am wichtigsten?

Olivia: Ich wollte unbedingt eine Art romantisch-maritime Geschichte erzählen. Das war meine Grundmotivation. Das Meer, die Sehnsucht, der Tod. Ich denke, das habe ich alles untergebracht und das hat meine Freude am Projekt so lange am Leben gehalten. Es ist schön, so einem „Gefühl“ zu folgen, das war bei Schwere See bisher am stärksten.

Andreas: Kommen in „Schwere See“ am Ende wieder ein paar Behind-the-Scenes-Seiten vor wie in Antoinette? Das rundet für mich immer das Lesevergnügen ab. Du hast ja schon etwas davon auf deinen Blog gestellt.

Das junge Mädchen und das Meer – „Coming of Age“-Story

Das junge Mädchen und das Meer – „Coming of Age“-Story

Olivia: Diesmal leider nicht. Die Extra-Seiten mache ich meistens ins Buch rein, wenn hinten noch Platz ist. Wenn die Comicgeschichte schon alle vorgegebenen Seiten einnimmt, dann kann ich hinten keinen Bonus mehr bringen. Aber im Blog gibt es ja ein paar Behind-the-Scenes-Beiträge. Ich bin jedenfalls unglaublich gespannt, wie der Comic ankommt, er ist das bisher kurioseste meiner Projekte. Da hab ich wirklich so gut wie gar nicht drüber nachgedacht, ob das mal jemandem gefallen könnte. Das wird ein Sprung ins kalte Wasser! (Aber das war bei den anderen Büchern auch ein bisschen so.)

Andreas: Was darfst du uns denn schon von deiner nächsten Erscheinung nach „Schwere See, mein Herz“ erzählen?

Olivia: Momentan brüte ich über einer Geschichte in der eine Zeitreise eine wichtige Rolle spielt. In der Geschichte steht leider der Mittelteil noch nicht so richtig … Deswegen bin ich noch nicht sicher, wie und wann ich es realisieren kann. Aber ich überlege auch, ob ich den zweiten Band für „Bin ich blöd, oder was?“ machen soll. Alles noch etwas offen. Ich versuche, nicht in Panik zu geraten!

Andreas: Herzlichen Dank für das spannende Interview und viel Erfolg bei deinen nächsten Projekten!

 

Foto Oli­via Vie­weg von ihr, aus der Wi­ki­pe­diaCC BY-SA, Selbst­bild­nis © Oli­via Vie­weg, Co­ver END­ZEIT © Schwar­zer Turm, Co­ver AN­TOI­NETTE © Eg­mont Ehapa, Co­ver HUCK FINN © Suhr­kamp Ver­lag, Co­ver SCHWERE SEE, MEIN HERZ © Suhr­kamp Ver­lag, Co­ver HIN­GE­SCHLUNZT © Schwar­zer Turm, DI­CKE KATZE © Stu­dio 100

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